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"Frauen und Gedöns" war gestern

LN – Die NewsletterinLN – Die Newsletterin
LN – Die Newsletterin

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
seit dieser Woche ist es amtlich: Auch Männer können Bundeskanzlerin werden. Es geht voran mit der Gleichberechtigung. Aber im Ernst: In ihren 16 Jahren im Amt hat Angela Merkel das Land zweifelsohne geprägt. Auch wenn sie sich selbst nicht als Feministin bezeichnet, hat sie sicherlich einige Frauen dazu ermutigt, eine Karriere in der Politik anzustreben. Als Rückblick auf Merkel und ihre Kanzlerinschaft sei der Buch-Tipp weiter unten im Newsletter empfohlen.
Das neue Kabinett zeichnet sich dadurch aus, dass die neuen Ministerinnen eben nicht mehr nur für “Frauen und Gedöns” zuständig sind. Nancy Faeser (SPD) ist die erste Innenministerin Deutschlands, Annalena Baerbock von den Grünen die erste Außenministerin. Ich bin gespannt, ob und wie sich so viele weibliche Einflüsse auf die Politik und den Stil, wie sie gemacht wird, auswirken werden - in jedem Fall werden die Kollegen vom Redaktionsnetzwerk Deutschland die Arbeit der neuen Ministerinnen ebenso kritisch betrachten wie die ihrer Vorgänger.
Mit dieser Ausgabe verabschiedet sich die Newsletterin in eine kleine Winterpause. Wir lesen uns nach dem Jahreswechsel am 7. Januar wieder. Bis dahin wünsche ich Ihnen schöne Adventszeit mit Kerzenschein, vielen Keksen und leckeren Heißgetränken. Fast zwei Jahre Pandemie haben wir inzwischen überstanden - da darf man sich zum Fest ruhig etwas gönnen.
Ihre
Interview der Woche

Sie will die LandFrauen im Kreis Herzogtum Lauenburg verjüngen: Nadja Koop ist eigentlich ausgebildete Finanzbeamtin, doch dann hat sie die Liebe auf’s Land verschlagen. Inzwischen hat sie zwei Kinder, leitet eine Pferdepension in Lüchow. Seit 2017 ist sie Beisitzerin im Kreisvorstand des LandFrauenVerbands Herzogtum Lauenburg und hat die “Jungen LandFrauen” aufgebaut. 
Wie sind Sie zu den Landfrauen gekommen?
Ich bin seit Februar 2017 dabei. Anne Schmaljohann, die Kreisvorsitzende der Landfrauen im Herzogtum Lauenburg, sprach mich an, ob das nicht was für mich wäre. Sie wollte frischen Wind in den Verein bringen. Ich kannte die Landfrauen bis dahin nur von meiner Schwiegermutter und hatte dieses Klischee vor Augen: Die machen immer nur Kaffeeklatsch und backen Kuchen. Trotzdem hatte ich Lust, mich einzubringen, bin beigetreten und jetzt vor allem für die “Jungen LandFrauen” zuständig.
Welche Sprüche können Sie nicht mehr hören, weil sie voller Klischees sind?
Genau das: Landfrauen backen Torte, sitzen beisammen und halten Kaffeeklatsch. Natürlich kommt das auch mal vor, aber wir sind so vielfältig und machen sehr viel mehr. Wir sind eine bundesweite Organisation, die auch in der Politik vertreten ist. Es gibt tolle Weiterbildungsangebote, und als es zu Beginn der Corona-Pandemie noch zu wenige Masken gab, haben wir ausgeholfen und selbst angefangen zu nähen.
Vor welchen Herausforderungen standen Sie, als Sie mit den “Jungen LandFrauen” gestartet sind?
Es war eben etwas komplett Neues, was sich da gegründet hat. Dementsprechend gab es keine Musterlösung, wie sich so etwas umsetzen lässt. Andererseits hat sich schnell ein tolles Organisationsteam gefunden undauch unser Kreisvorstand hat uns super unterstützt. Auch der Austausch mit anderen Landfrauen-Verbänden hat uns sehr weitergeholfen. Wir haben zum Beispiel gelernt, dass wir unsere Zielgruppe am besten über die sozialen Netzwerke erreichen.
Was würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben?
Was für mich immer sehr bereichernd war: Kontakte knüpfen, netzwerken, offen sein für Mitmenschen. Offene Ohren haben. So kann man von vielen unterschiedlichen Charakteren lernen.
Welche Frauen haben Sie inspiriert?
Gerade im Landfrauen-Bereich gibt es so viele tolle Persönlichkeiten, dass ich da keine gesondert hervorheben möchte. Aber sie alle zeichnet große Hilfsbereitschaft, enorme Kreativität und ein beeindruckendes Engagement aus.
Was sind Ihre Pläne und Wünsche für die Zukunft?
Ich möchte weiterhin viele junge Frauen für unsere Arbeit bei den Landfrauen begeistern und, sofern Corona es zulässt, viele tolle Veranstaltungen organisieren.
Die neue Bundesregierung

Neue Bundesregierung besteht aus mehr Männern als Frauen
Göring-Eckardt ist Bundestagsvizepräsidentin – Zwei Frauen für die Spitze der Grünen-Fraktion
Nancy Faeser: Personalie und politischer Schwerpunkt der designierten Innenministerin
Designierte Familienministerin Anne Spiegel: „Einmal Feministin, immer Feministin“
Reem Alabali-Radovan (SPD): Das ist die neue Staatsministerin für Integration
Nachrichten aus der Region

Heiligenhafen: Neue Tourismuschefin Butler hat schon wieder gekündigt
SPD-Landeschefin Midyatli für Corona-Impfungen auch im Kino und beim Weihnachtsmärchen
IHK zu Lübeck hat gewählt: Kühn verpasst Einzug in die Vollversammlung
Lauenburgische Schulrätin Katrin Thomas in (Vor-)Ruhestand verabschiedet
Anmache in Szenekneipen: Frauennotruf Lübeck startet Aktion gegen Sexismus
Kritik an Malenter Bürgermeisterin

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Bürgermeisterin in der Kritik: Malenter Unternehmer fordern fairen Umgang mit Tanja Rönck
Unser Blick in die Kultur

Alicia Keys neues Album „Keys“: Soul, Blues, Jazz und große Gefühle
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„Daheim“ in Lübeck: Judith Hermann las aus ihrem Roman über Liebe, Verwurzlung, Alleinsein
Ein Ereignis – Astrid Färber in „Glückliche Tage“ am Theater Lübeck
SHMF: Paul-Hindemith-Preis 2022 für Hannah Kendall
Lübeck: Kulturfunkenprojekt Walk and Talk jetzt auch als Buch
Unser Blick in den Sport

Lübeckerin Hillemann und der Achter: Nach Absturz ins Bodenlose Kampfansage für Paris
Der Buch-Tipp

Das mächtigste Amt der deutschen Politik hat noch niemand freiwillig aufgegeben – außer Angela Merkel. Bis zum Ende ihrer Amtszeit hat sie hohe Zustimmungswerte erhalten, immer wieder hat sie sich als Krisenmanagerin bewährt. Und so schätzen sie die Deutschen: Angela Merkel ist so pragmatisch, wie Helmut Schmidt es gerne gewesen wäre. Ideologien, Weltanschauungen, Grundsatzfragen interessieren sie wenig. Unaufgeregt schlachtete sie mehrere heilige Kühe der Christdemokraten, etwa die Wehrpflicht oder die Kernkraft. Kritiker warfen ihr deshalb vor, ihr einziges Programm sei es, Kanzlerin zu sein.
Und doch hat sie eine Ära der deutschen Politik geprägt: Die Jahre von 2005 bis 2021 sind eindeutig die Merkel-Jahre. Jetzt, da diese Ära zu Ende geht, ist es Zeit, sie genauer anzusehen: Was bleibt? Wurde da “nur” pragmatisch regiert, oder sind Entwicklungen in Gang gesetzt worden, die über den Tag hinausweisen? Ja, die gibt es, findet die Autorin Ursula Weidenfeld, und sie werden entscheidend sein für unsere nächsten Jahre.
Erschienen bei Rowohlt, 352 Seiten, 22 Euro
Twitter-Diskussion der Woche

Am Mittwoch wurde Olaf Scholz zum neuen Bundeskanzler gewählt, die neue Bundesregierung wurde vereidigt. Die Vergabe der Ministerinnenposten wurde fleißig auf Twitter diskutiert, denn: Die Ministerinnen dieser Regierung dürfen sich um mehr Themen kümmern als “Frauen und Gedöns”.
Ann-Kathrin Hipp
Deutschland im Jahr 2021 ist, wenn sogar ein Mann Kanzler werden kann.
Gilda Sahebi
Eine "starke" Frau ist in der Regel außerdem eine Frau, die alles hinkriegt, Karriere, Kinder, Sport macht, geil aussieht, gut im Bett ist - und sich nicht beschwert, weil sie ist ja Superwoman.

(Nein, das war kein Angriff auf Olaf Scholz, sondern auf den Ausdruck "starke Frau")
Marina Kormbaki
Und plötzlich ist internationale Politik Frauensache! Deutschland bekommt eine Außenministerin (Annalena Baerbock), eine Verteidigungsministerin (Christine Lambrecht), eine Entwicklungsministerin (Svenja Schulze). Die vielleicht größte Überraschung der #Ampel.
Eva Ich bin sehr müde Horn
Total überraschend: Wenn man ein Kabinett (fast) paritätisch besetzt, dann finden sich Frauen auf wichtigen Posten.
Daniela Vates
Die #CDU hat auch ein Abschiedsgeschenk für Angela #Merkel. Man habe ihr „einen kleinen Gruß“ geschickt, sagt Generalsekretär Paul Ziemiak. „Was man so macht: eine Flasche Wein und Blumen.“ Lohnt sich sehr, so eine längere Betriebszugehörigkeit.
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