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Frauentag - Warum wir immer noch für Gleichberechtigung kämpfen müssen

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
am Montag werden wahrscheinlich wie jedes Jahr zum Weltfrauentag sehr viele Rosen verschenkt. Entstanden ist der Frauentag vor dem Ersten Weltkrieg, als die Suffragetten in den USA um Gleichberechtigung, das Wahlrecht sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen kämpften. Heute, über 100 Jahre später, sind die grundlegenden Schritte auf dem Weg zur Gleichberechtigung getan - aber es gibt immer noch viel zu tun. Und diese Probleme lassen sich nicht damit lösen, Frauen einmal im Jahr Rosen zu überreichen.
Das wird in der Coronakrise besonders deutlich: Über 70 Prozent der Beschäftigten in systemrelevanten Berufen sind Frauen. Sie arbeiten seit einem Jahr in der ständigen Gefahr, sich mit dem Coronavirus anstecken. Mütter müssen seit Monaten den Spagat zwischen Erwerbsarbeit und Homeschooling schaffen. Der Frauenanteil im Bundestag liegt bei 31 Prozent - obwohl wir die Hälfte der Bevölkerung ausmachen und uns damit auch die Hälfte der Sitze in einem repräsentativen Parlament zustehen würde. Weitere Gründe, warum es auf dem Weg zur Gleichberechtigung noch einiges zu tun gibt, finden Sie unten im Newsletter in der Twitter-Diskussion.
Zum Weltfrauentag gibt es in dieser Ausgabe etwas zu gewinnen (und zwar keine roten Rosen): Unter allen Abonnentinnen und Abonnenten dieses Newsletters verlosen wir drei Gutscheine im Wert für eine Gastronomie Ihrer Wahl. Mit diesem Link geht’s zum Gewinnspiel.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und einen großartigen Frauentag,
Ihre
Trotz Corona: So feiert Lübeck den Internationalen Frauentag am 8. März
Interview der Woche

Simone Speck ist Malermeisterin und kann auf über 25 Jahre Erfahrung in ihrem Beruf zurückblicken. Inzwischen leitet sie ein Team mit rund 15 Malerinnen und Malern an. Seit Dezember 2019 ist sie Vizepräsidentin der Handwerkskammer Lübeck.
Wie sind Sie in die Position gekommen, in der Sie heute sind?
Ich engagiere mich schon lange ehrenamtlich für das Handwerk und war unter anderem Obermeisterin der Maler- und Lackierer-Innung Neumünster. Seit 2014 bin ich auch Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Lübeck. Für das Amt der Vizepräsidentin wurde ich dann anlässlich einer Neuwahl im Dezember 2019 vorgeschlagen und gewählt. Die Wahl habe ich sehr gerne angenommen. Im Vorstand der Handwerkskammer sind wir jetzt drei Frauen und drei Männer. Das ist schon außergewöhnlich.
Welche Herausforderungen sehen Sie heute immer noch für Frauen auf dem Weg nach oben?
Als Unternehmerin bin ich es gewohnt, mich im Job und in meinem Unternehmen mit Können und Wissen zu behaupten. Ich denke, dass diese Eigenschaften in jeder Führungsposition abgefordert werden, und zwar von Männern und Frauen gleichermaßen.
Was sollte getan werden, damit Frauen in der Wirtschaft und im Handwerk präsenter sind?
Deutschlandweit liegt der Frauenanteil bei neugeschlossenen Ausbildungsverträgen im Handwerk bei fast einem Viertel. Da ist also noch Luft nach oben und ich wünsche mir, dass noch mehr junge Frauen die Chance ergreifen und ein Handwerk erlernen. Um das zu erreichen, wird in meinen Augen schon sehr viel getan: Als Handwerkskammer setzen wir uns dafür ein, junge Frauen zu einer Ausbildung im Handwerk zu ermutigen, unter anderem durch gezielte Ansprache in der Berufsorientierung. Und über die bundesweite Imagekampagne des Handwerks werden junge Frauen explizit angesprochen und über die zahlreichen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk informiert. Auch der jährlich stattfindende Girls Day verfolgt dieses Ziel. Wir empfehlen jungen Frauen immer auch, sich in Praktika auszuprobieren, denn gerade im Handwerk lassen sich die Berufe über Praktika sehr gut erleben.
Die Handwerkskammer berät Betriebe außerdem intensiv in Fragen der Fachkräftesicherung. Auch hier geht es darum, Betriebe dafür zu sensibilisieren, gezielt weibliche Nachwuchs- und Fachkräfte zu ermutigen und zu fördern. Dadurch erhoffen wir uns unter anderem, den Anteil von Frauen im Handwerk, vor allem auch in Führungspositionen und als selbständige Unternehmerinnen langfristig zu erhöhen.
Was würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben?
Junge Frauen sollten Neugierde auf neue Aufgaben entwickeln, sich selbst mehr zutrauen. 
Welche Frau war Ihr Vorbild, Ihre Inspiration?
Meine Oma Helene hat als Witwe mit drei kleinen Kindern nach der Flucht aus Schlesien ohne Hab und Gut noch einmal komplett von Null angefangen und eine neue Existenz aufgebaut. Diese tolle Frau hat sich nie beklagt oder gejammert. Von ihr habe ich gelernt, dass man nicht aufgibt, egal wie schwierig die Situation doch ist. Die Einstellung hat mich geprägt und meinen Lebensweg maßgeblich mitbestimmt. Was mir auch zu Gute gekommen ist, ist meine Erziehung mit klaren Regeln und Werten. Sie gelten heute noch, im Privatleben und in meinem Unternehmen und sie haben mich letztlich zu einer erfolgreichen Unternehmerin gemacht.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Da sind mir drei Dinge wichtig:
a) In meiner Eigenschaft als Vizepräsidentin werde ich unseren Präsidenten unterstützen, mein Wissen einbringen, wo ich gefordert werde und das Handwerk stärken.
b) Als Unternehmerin werde ich mein Unternehmen weiterhin erfolgreich führen und dann in absehbarer Zeit den Betrieb an eine junge Malermeisterin übergeben.
c) Privat sind meine Ziele, gesund zu bleiben, um die ganzen anstehenden Arbeiten erfüllen zu können und dabei auch noch Zeit für die Familie zu haben. 
Simone Speck, Malermeisterin und Vizepräsidentin der Handwerkskammer Lübeck
Simone Speck, Malermeisterin und Vizepräsidentin der Handwerkskammer Lübeck
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Twitter-Diskussion der Woche

Grundsatzdiskussion zum Frauentag: Nachdem knapp 16 Jahre lang eine Bundeskanzlerin Deutschland regiert hat, werden immer wieder Stimmen laut, dass in puncto Gleichberechtigung inzwischen eigentlich alles erreicht wäre. Twitter liefert fünf Gründe, warum es auch in 2021 noch Feminismus braucht.
Asha Hedayati
Es wäre ja wirklich schön, wenn es neben diesen vielen tollen und von Frauen organisierten Initiativen gegen Frauenhass und Partnerschaftsgewalt auch Männer gebe, die sich dagegen engagierten. Hab das Gefühl, wir vergessen manchmal, dass #GewaltgegenFrauen ein Männerproblem ist.
Frau Gramsel
Arbeitskollegin ist schwanger.

Sie erzählt mir, sie werde nach dem Mutterschaftsurlaub (16 Wochen) zurück zur Arbeit kommen, dann werde ihr Mann werde eine Auszeit von ca 9 Monaten nehmen.

Chef fragt: "Hui, und was ist mit seiner Karriere?"

Nach ihrer fragt er nicht.
Hackbällchenhagel
"Magst du keine Kinder?"
"Doch, die sind schon okay."
"Warum willst du dann keine eigenen?"

Alter! Ich mag auch Elefanten, aber da fragt mich nie jemand, warum ich keinen eigenen habe.
Yasmina Banaszczuk
Men are like "oh yesss I support women ✌🏼👊🏼💪🏼" and then do every single podcast, talk or project with two other men 🤡
n
Als Frauen mit Kopftuch nur Reinigungskräfte waren, war nie eine Rede vom Kopftuchverbot. Erst seitdem wir Lehrerin, Anwältin, Ärztin, Ingenieurin geworden sind, wurde es relevant. Interessant
Zum Schluss: Der Hörtipp

Frauen aus Ostholstein berichten aus ihrem schwierigen Leben
Exklusives Gewinnspiel zum Weltfrauentag:

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