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GNTM: Wir haben heute leider kein Foto für Heidi Klum

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
haben Sie das diesjährige Finale von “Germany’s Next Topmodel” geschaut? Die Show wurde schon öfter kritisiert - unter anderem dafür, wie negativ sie sich auf das Körperbild und das Essverhalten junger Frauen auswirkt. Und wen würde es wundern, wenn man ständig vermittelt bekommt, dass man eben doch ein bisschen mehr wert ist, wenn nur die Beine lang und dünn genug und der Bauch schön flach ist. Dass einem dann die Tür in die Welt der Reichen und Schönen offen steht.
In dieser Staffel sollte das anders werden: Frauen, die nicht die perfekten Maße haben oder die deutlich älter sind, als es Heidis “Mädels” bisher waren, durften auf den Laufsteg. Doch diese Bemühungen verpuffen vor dem Hintergrund der Vorwürfe, die jetzt ehemalige Kandidatinnen der Show erheben: Es geht unter anderem um Interviews, die Streitereien unter den Models angestachelt haben sollen - oder dass einige von ihnen nur deshalb auf dem Laufsteg gestolpert seien, weil ihnen die Füße nochmal eingecremt worden seien, bevor sie in High Heels laufen mussten. Es sind schwerwiegende Vorwürfe, denn sollten sie sich bestätigen, hätte die Produktion damit potentiell die Gesundheit der Kandidatinnen aufs Spiel gesetzt. Und natürlich leidet die psychische Gesundheit der jungen, zum Teil minderjährigen Frauen darunter, wenn sie ständig zu hören bekommen, dass man noch ein bisschen schlanker und durchtrainierter werden muss, um es im Modelbusiness zu schaffen, oder sich Aufgaben stellen muss, denen man sich noch nicht gewachsen fühlt. Aber wer es als Model schaffen möchte, darf eben keine Schwäche zeigen oder gar widersprechen. Möchten uns zumindest Germany’s Next Topmodel und Heidi Klum glauben machen.
Bei mir gibt es heute Abend jedenfalls eine große Pizza zum Abendbrot. Das Leben ist ganz einfach zu kurz, um wegen irgendwelcher Schönheitsstandards auf leckeres Essen zu verzichten.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Interview der Woche

Sich für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler einsetzen und nebenbei auch noch politisch engagieren: Das gehört für die Lübeckerin Greta Radke zum Alltag. Die 18-Jährige ist Schülersprecherin des Katharineums und engagiert sich dort im Gleichberechtigungsausschuss. Sie arbeitete auch im Leitungsteam der Musical AG und hat mit der Gedenktag-AG der Schule einen Shoa-Gedenktag für alle Jahrgangsstufen organisiert. Nebenbei sitzt sie auch im Stadtschülerparlament und engagiert sich politisch.
Wie ist es dazu gekommen, dass Sie neben der Schule so vielfältig engagiert sind?
Ich war schon früh in einigen AGs der Schule engagiert und wollte irgendwann dort gerne selber mitgestalten. Deshalb habe ich immer ein bisschen mehr Verantwortung übernommen. Auf das Amt der Schüler*innensprecherin habe ich mich beworben, weil ich Lust hatte, in meinem letzten Jahr an der Schule alle meine Erfahrungen einzubringen, um wichtige Themen voranzubringen und den Schulalltag für die anderen Schüler*innen zu verbessern. 
Wann waren Sie zuletzt die einzige Frau in der Runde?
Ich kann mich spontan gar nicht an einen Moment erinnern, da es an unserer Schule tatsächlich viele engagierte Schülerinnen und Lehrerinnen gibt, durch die ich mich in den meisten Runden wirklich wohl fühle! 
Gibt es Sprüche, die Sie nicht mehr hören können, weil sie voller Klischees sind?
Oh ja, sehr viele! Mich stört oft das Klischee von „starken Frauen“, weil das ja impliziert, dass nur einige Frauen als Ausnahme das Zeug haben, sich für sich und andere einzusetzen.  
Vor welchen Herausforderungen stehen Frauen heutzutage, die sich ehrenamtlich und politisch engagieren möchten?
Auf jeden Fall vor anderen und meiner Meinung nach größeren Herausforderungen als andere! Dadurch, dass Frauen in vielen Leitungspositionen nicht ausreichend repräsentiert sind, fehlen vor allem jungen Frauen Vorbilder und Unterstützerinnen. Außerdem wachsen wir mit dem Gefühl auf, weniger leisten zu können. Ich merke das besonders, wenn ich mich für feministische Themen einsetze. Oft wird mir dann das Gefühl gegeben, meine Anliegen seinen überflüssig.
Was sollte getan werden, damit Frauen hier noch präsenter sind?
Frauen sollten meiner Meinung nach in ihrem Engagement besonders gefördert und ermutigt werden. Das gelingt besonders gut durch andere Frauen, die ihnen Mut zusprechen. Doch auch auf struktureller Ebene muss dafür gesorgt werden, dass solche Positionen offener sind und Frauen einen niedrigschwelligen Zugang dazu haben. 
Was würden Sie den Frauen Ihrer Generation mit auf den Weg geben?
Ich finde es richtig toll, wie viele junge Frauen sich gerade für unterschiedlichste Themen wie Klimagerechtigkeit, Feminismus oder soziale Gerechtigkeit einsetzen. Deshalb hoffe ich, dass die Diskriminierung, die viele von ihnen in ihren Positionen erfahren, nicht zu Resignation führt, sondern dazu, dass sie diese Themen nur noch stärker voranbringen. 
Wer sind Ihre Vorbilder, Ihre Inspiration?
Ich habe nicht wirklich konkrete Vorbilder. Mich inspirieren vor allem Frauen, die sich für andere stark machen oder Menschen aus vergangenen Jahrzehnten, die für Gerechtigkeit gekämpft haben. Das können auch Freund*innen von mir sein, vor allem aber interessante Persönlichkeiten wie die Politikerin Aminata Touré.
Was sind Ihre Wünsche und Pläne für die Zukunft?
Ich hoffe sehr, dass sich in den nächsten Jahren immer mehr Frauen und vor allem junge Frauen engagieren und feministische Anliegen thematisieren. Dafür muss sich aber in vielen Runden das Klima ändern! Ich persönlich will mich auf jeden Fall auch nach dem Abi weiterhin ehrenamtlich engagieren. Im Herbst werde ich voraussichtlich anfangen in Berlin Jura zu studieren und denke, dass es dort viele spannende Möglichkeiten dafür gibt! 
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Schwierige Frauen: Diese Frauen kämpfen, diese Frauen geben nicht auf. Diese Frauen sind die Gegenwart: arm, reich, schwarz, weiß, sie sind Ehefrauen, Mütter, Wissenschaftlerinnen, Nachbarinnen, Verbrecherinnen, Liebende, Mächtige, von Gewalt Heimgesuchte. Das Schwesternpaar, das seit ihrer gemeinsamen Entführung als Kinder unzertrennlich ist. Die Frau, die mit einem Zwilling verheiratet ist, der manchmal von dessen Bruder ersetzt wird. Die Stripperin, die aufs College geht, und die schwarze Ingenieurin, die ihre Vergangenheit nicht vergessen kann: Sie alle sind gleichzeitig zu viel und zu wenig. Die US-amerikanische Autorin und Englischprofessorin Roxane Gay spürt in ihrem neusten Werk dem Schicksal dieser Frauen nach.
Twitter-Diskussion der Woche

Wie manipulativ und frauenfeindlich ist “Germany’s Next Topmodel” von Heidi Klum? Der Youtuber Rezo hat dazu pünktlich zum diesjährigen Staffelfinale ein Video veröffentlicht. Die Vorwürfe darin wurden auf Twitter diskutiert - auch wenn sie einigen Nutzerinnen nicht neu waren.
Kathrin Weßling
GNTM nicht unterstützen! Es nicht schauen, es nicht bewerben, es nicht verbreiten Leute. @rezomusik
fasst hier noch mal den Missbrauch, die körperliche und psychische Gewalt an zum Teil Minderjährigen zusammen und wie kaputt dieser Dreck ist. Danke ♥️🫂
https://t.co/i1ekPMgd5V
Ida Funkhouser
Frauen weisen seit 16 Jahren darauf hin wie toxisch und misogyn #GNTM ist aber ok besser wenn das zur Sicherheit nochmal 1 Mann erklärt
tinesattler
Ja, das ist nicht neu, aber jemand, wie @rezomusik hat die Reichweite und auch die Zielgruppe, um nen Impact zu haben, der hoffentlich dazu führt, dass dieser Mist endlich abgeschafft wird. Hab mir das Video heut mit meiner Tochter angeguckt. #gntm #HeidiKlum #Rezo https://t.co/myduhSTuTK
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