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Ilona Jarabek: "Diversität ist der künftige Erfolgsschlüssel"

Liebe Leserinnen, liebe Leser, das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff. Die Lasbekerin Ina Köst
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff. Die Lasbekerin Ina Köster hatte sich bereits im März angesteckt - eine Erfahrung, die ihren Blick auf die Pandemie sehr geprägt hat. Für Corona-Leugner kann sie deshalb nur wenig Verständnis aufbringen. Mit meiner Kollegin Sandra Freundt hat sie darüber gesprochen, wieso sie Masken nicht als Einschränkung, sondern als Schutz empfindet.
Kulturschaffende haben mit den Auswirkungen der Pandemie besonders zu kämpfen. Ilona Jarabek steuert als MuK-Geschäftsführerin eine von Lübecks kulturellen Institutionen durch die Krise. Im Interview erzählt sie, warum Diversität für sie der Schlüssel zum Erfolg ist und wieso Kultur systemrelevant ist.
In Bad Segeberg wird am Sonntag ein neuer Bürgermeister gewählt - oder, wenn es nach Marlis Stagat geht, eine Bürgermeisterin. Die Unternehmerin ist eine von drei Bewerbern. Meinem Kollegen Sven Wehde hat sie erzählt, warum sie ins Rathaus will und warum Liebe für die eigene Stadt wichtiger ist als jahrelange Erfahrung in der Verwaltung.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende - Bleiben Sie gesund!
Ihre Sophie Schade

Interview der Woche

Lübeck ohne die Musik- und Kongresshalle, kurz MuK, ist besonders für Kulturliebhaber unvorstellbar - und die MuK wäre nicht dasselbe ohne Geschäftsführerin Ilona Jarabek. Die gebürtige Bonnerin hat eigentlich ihr gesamtes Berufsleben in dem Lübecker Veranstaltungshaus verbracht. Sie ist zudem die erste Frau an der Spitze des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren.

Wie sind Sie in die Position gekommen, in der Sie heute sind?
Die Musik- und Kongresshalle Lübeck (MuK) hat mich seit ihrem Bau fasziniert. Die Eröffnung des Hauses konnte ich als Gast erleben. Als Praktikantin habe ich im Sommer 1995 erste Einblicke auch hinter die Kulissen erhalten, bin dann Projektleiterin und schließlich 2007 Geschäftsführerin geworden. Die Geschäftsführung sollte zunächst nur kommissarisch sein, da die MUK privatisiert werden sollte. Es ist nicht dazu gekommen. Wir konnten mit einem harten Konsolidierungsfahrplan die MuK in städtischer Hand halten.

Wann waren Sie zuletzt die einzige Frau in der Runde?
In der Runde unseres Bürgermeisters Jan Lindenau und den Geschäftsführer:innen der städtischen Gesellschaften, da bin ich die einzige Frau - auch in meinem Präsidium des Verbandes, dem ich ehrenamtlich vorstehe. Ansonsten sind die Runden mittlerweile durchmischt. In meinem Team haben wir von jeher einen hohen Frauenanteil.

Welche Herausforderungen sehen Sie heute immer noch für Frauen auf dem Weg nach oben?
Frauen haben häufig nicht so gute Netzwerke wie Männer. Weiterhin sind unsere Rahmenbedingungen häufig nicht günstig. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist immer noch eine Herausforderung, die meist an den Frauen hängen bleibt. Zudem schätzen sich Frauen meist schlechter ein beziehungsweise glauben häufig, nicht gut genug zu sein. Hier fehlt es meist an geeigneten Mentor:innen, die Frauen entsprechend ermutigen und sichtbar machen.

Was sollte getan werden, damit Frauen in der Wirtschaft und in der Kultur präsenter sind?
Ich war lange gegen eine Frauenquote, meine aber nun, dass es doch hilfreich sein kann. Ansonsten bin ich überzeugt, dass Diversität der künftige Erfolgsschlüssel sein wird. Vielfältig aufgestellte Teams sind innovativer und erfolgreicher. Hier spielt auch die Frauenförderung eine wichtige Rolle. Ich glaube, wir brauchen eine neue Arbeitskultur in den Unternehmen, weg von der Präsenzkultur und hin zu mehr Flexiblität. Dazu gehört zum Beispiel auch, Eltern- und/oder Sabbaticalzeit als produktive Entwicklungszeit für Unternehmen aufzufassen. Es gibt viele vor allem weibliche Fachkräfte, diese Potenziale gilt es zu heben.

Welche Frau war ihr Vorbild, ihre Inspiration?
Da gibt es kein alleiniges Vorbild, es gibt viele Frauen, die ich inspirierend finde. Mich beeindrucken Frauen, die mutig ihren Weg gehen, die sich leidenschaftlich für eine Sache einsetzen, Niederlagen auch als Chance sehen sowie freundlich, zugewandt und optimistisch in die Zukunft blicken. Beeindruckt hat mich zum Beispiel die Biographie von Unternehmerin Ottilie Farber-Castell. Und ich freue mich über tolle Frauen in meinem Freundeskreis, die mich in allen Lebenslagen begleitet, inspiriert und unterstützt haben.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Ich engagiere mich weiterhin gerne für unsere wundervolle Destination Lübeck, dazu gehört auch ein vielfältiges Kultur- und Kongressleben. Kulturelle und vor allem gemeinsame Erlebnisse sind der gesellschaftliche Klebstoff, den es braucht und Kongresse/Tagungen fördern Innovation und Netzwerke. Beides brauchen wir für eine starke und gesunde Stadtentwicklung. Wir setzen gesellschaftliche Impulse, sind also systemrelevant. Daher freue mich bald wieder auf ein vielfältiges MuK-Programm – dafür werden sich mein Team und ich mit Leidenschaft einsetzen.
MuK-Chefin Ilona Jarabek
MuK-Chefin Ilona Jarabek
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Twitter-Diskussion der Woche

Schon im Frühjahr hat sich nach wenigen Wochen der Pandemie gezeigt, dass vor allem Frauen eine zusätzliche Last durch Homeoffice und Kontaktbeschränkungen zu tragen haben. Angesichts steigender Infektionszahlen werden diese Folgen der Pandemie auf Twitter diskutiert.
teresa bücker
Die Pandemie ist der überfällige Zeitpunkt, acht Wochen bezahlte Freistellung für Partner*innen analog zum #Mutterschutz einzuführen. Überlastung und Einsamkeit sind Gift für die sensible Zeit nach der Geburt. Dass Partner*innen da sein können, dient dem Gesundheitsschutz.
Asha Hedayati
Wenn jetzt wieder über Schul- und Kitaschließungen nachgedacht wird: Gibt es diesmal Schutzkonzepte für gewaltbetroffene Kinder+Frauen, wenn Frühwarnsysteme (wie Schulen) ausfallen? Ich frag' nur für jede 4. Frau, die von häuslicher Gewalt durch ihren (Ex-)Partner betroffen ist.
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