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LN – Die NewsletterinLN – Die Newsletterin
LN – Die Newsletterin

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vor etwas mehr als einer Woche hat Russland die Ukraine angegriffen, seitdem herrscht eigentlich im ganzen Land Krieg. Mir fehlen dafür die Worte. Ich kann nicht begreifen, warum für geopolitische Machtinteressen einzelner Personen - und damit meine ich Wladimir Putin - Menschen sterben müssen. Warum junge Menschen in einen Krieg ziehen müssen, den sie nie gewollt haben. Warum Familien aus ihrer Heimat fliehen müssen - vielleicht für immer. Ich bin mit meinen 28 Jahren in einer Zeit, in einem Teil der Welt aufgewachsen, in der dieser Horror immer weit weg schien - und von einem Tag auf den anderen ist alles anders.
Zu den aktuellen Ereignissen passt möglicherweise der Buch-Tipp in dieser Ausgabe: In “Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch” argumentiert Kristina Lunz dafür, dass Geschlechtergerechtigkeit auf der weltpolitischen Bühne dazu beitragen kann, dass das Gegeneinander der Nationen endlich ein Ende hat. Dass alles besser wird, wenn nur genügend Frauen an der Macht sind, ist bei diesem komplexen Thema mit Sicherheit zu kurz gegriffen - aber es wäre ein Anfang, wenn nicht mehr einzelne Männer so viel Macht innehaben, dass sie quasi im Alleingang die Welt an den Rand eines Atomkrieges bringen können.
Was meinen Glauben an die Menschheit dieser Tage aufrechterhält, ist die enorme Solidarität und Spendenbereitschaft weltweit. Anstatt einer Twitter-Diskussion gibt es deshalb unten im Newsletter eine Übersicht der Hilfsangebote, an denen Sie sich beteiligen können.
Ich wünsche Ihnen ein friedliches Wochenende,
Ihre
Interview der Woche

Die Leserinnen und Leser der LN wählten Bettina Lange zur „Sportlerin des Jahres 2021“. Seit Jahrzehnten feiert die Triathletin aus Bargfeld-Stegen Erfolg um Erfolg. Besonders angetan hat es ihr der Part im Wasser: 2021 wurde sie Europameisterin im Aquabike und im Aquathlon. Im Interview verrät sie, was sie antreibt und was sie dafür auch aus ihrem Hauptberuf - der eine ziemliche Männerdomäne ist - gerlernt hat.
Wie sind Sie so erfolgreich im Sport geworden?
Ich hatte schon immer große Freude an Sport, Bewegung und daran, meine Grenzen auszutesten. Und ich war schon immer zielstrebig, verliere meine Ziele nicht aus den Augen.
Mit sechs Jahren habe ich angefangen zu Schwimmen. Mein großer Bruder konnte damals schon lange schwimmen, meine Mutter musste mir das dann auch unbedingt beibringen. Über den Schwimmsport bin ich dann zum Triathlon gekommen.
Hauptberuflich habe ich Bauingenieurwesen studiert und arbeite jetzt als Tiefbauingenieurin beim Bauamt der Stadtverwaltung Bargteheide.
Wann waren Sie zuletzt die einzige Frau in der Runde?
Beim Training ist das relativ ausgeglichen. Aber auf Arbeit gibt es regelmäßig Besprechungsrunden, in denen außer mir nur Männer sitzen.
Gibt es Sprüche, die Sie nicht mehr hören können, weil sie voller Klischees sind?
Zu Beginn meiner Berufslaufbahn kamen durchaus Sprüche wie: “Was machst du denn hier, jetzt nimmst du einem Mann den Job weg, du wirst doch sowieso bald schwanger.” Das ist heute aber zum Glück nicht mehr so.
Vor welchen Herausforderungen stehen Frauen heutzutage noch im Sport?
Männer bekommen häufig ganz andere Preisgelder, gerade in den populären Sportarten wie Fußball. Frauen-Fußball wird ja meistens nicht einmal im Fernsehen übertragen. Mein Eindruck ist: Je populärer die Sportart, desto größer ist diese Spaltung. Das ist wie in vielen anderen Berufen auch: Frauen werden in gleicher Position ganz häufig schlechter bezahlt.
Was sollte getan werden, damit Frauen im Sport noch präsenter werden?
Die Werbepartner müssen mehr bezahlen. Die Leistung ist die gleiche! Männer haben vielleicht andere körperliche Voraussetzungen. Aber Frauen trainieren genauso hart, haben genauso für ihr Ziel gekämpft. Also sollten sie dafür auch genauso be- und entlohnt werden.
Was würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben?
Man braucht einen langen Atem und muss sein Ziel immer vor Augen haben. Um dieses Ziel zu erreichen, solltet ihr auch Familie und Freunde einbinden: Es ist eben nicht so selbstverständlich, dass Frauen diesen Weg einschlagen und eine sportliche Karriere anstreben. Also muss man seine Ziele klar kommunizieren und hartnäckig dranbleiben.
Mir persönlich war auch immer relativ egal, was andere von mir denken.
Was sind Ihre Ziele und Wünsche für die kommende Zeit?
Das oberste Ziel ist natürlich: Gesund bleiben! Ich hoffe, dass ich nicht durch Verletzungen aus dem Training gebracht werde, da würde mir allein im Alltag wirklich etwas fehlen.
Ansonsten möchte ich im Juni bei der Deutschen Meisterschaft starten und im August bei der Europameisterschaft. Es wäre natürlich schön, wenn ich da erfolgreich wäre und auf dem Treppchen stünde, aber ich habe da sowieso immer Spaß dran. Der Sport tut mir einfach gut.
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Der Buch-Tipp

Immer noch dominieren alte, weiße Männer die Politik sowie Theorie und Praxis der internationalen Beziehungen. Dadurch werden die Bedürfnisse von Frauen und Minderheiten permanent ignoriert. Die Welt ist voller Kriege, Krisen und Unrecht.
Kristina Lunz tritt mit ihrem „Centre for Feminist Foreign Policy” an, das zu ändern. Die Politikwissenschaftlerin, Aktivistin und Entrepreneurin denkt Frieden, Menschenrechte und Gerechtigkeit mit Außenpolitik zusammen und will so einen Paradigmenwechsel einleiten: Machtgebaren und militärischen Muskelspielen setzt sie Mediation in Friedensverhandlungen, feministische Machtanalysen und Klimagerechtigkeit entgegen. Realpolitik wird gegen Utopien ausgetauscht, und Botschafterinnen gibt es genauso viele wie Botschafter. So kann das Gegeneinander der Nationen endlich abgelöst werden, und alle werden in größerer Sicherheit und mit weniger Konflikten leben können.
Erschienen bei Econ, 448 Seiten, 22,99 Euro
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