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Was Lübecks Unipräsidentin von einer Frauenquote hält und welche Pläne die neue Kultursenatorin hat!

Liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen zur ersten Ausgabe von „Die Newsletterin“. Bei unsere
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LN – Die Newsletterin
Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen zur ersten Ausgabe von „Die Newsletterin“. Bei unserem neuen Angebot stehen die Frauen aus der Region im Fokus. Denn es gibt im Norden viele Frauen, die etwas bewegen und über die es viel zu erzählen gibt.
Einen ersten Blick werfen wir dafür in die Wissenschaft: Die Universität zu Lübeck, die intensiv an der Forschung zum Coronavirus beteiligt ist, wird von einer Frau geleitet. Ein Blitz-Interview mit Uni-Präsidentin Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach finden sie weiter unten im Newsletter.
Die Corona-Krise hat außerdem vor Augen geführt, dass Frauen in vielen Berufen vertreten sind, die das System am Laufen halten, ob als Krankenschwester, Altenpflegerin, Kassiererin oder Mutter, die Homeoffice und Homeschooling gleichzeitig bewältigen müssen. Was das für das Ziel “Gleichberechtigung” bedeutet, haben wir für Sie recherchiert.
Und wie sieht der Weg zurück in Richtung Normalität aus? Eine Frage, über die wir mit Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien gesprochen haben. Außerdem bei uns im Interview: Monika Frank, die neue Kultursenatorin der Hansestadt.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und viel Freude mit der Lektüre!
Ihre Sophie Schade

PS: Für alle Newsletter-Abonnenten haben wir heute ein besonderes Angebot: Wir schenken Ihnen zwei Monate LN Plus gratis. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich!

Wir schenken Ihnen zwei Monate LN Plus
Das Interview der Woche

Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach ist eine deutsche Humangenetikerin und seit 2018 Präsidentin der Universität zu Lübeck.
Wie sind Sie in die Position gekommen, in der Sie heute sind?
Nach meinem Abitur war mir schnell klar, dass ich gerne Medizin studieren wollte. Schon im Studium habe ich mich, insbesondere aufgrund meiner Dissertation in der pädiatrischen Endokrinologie, für die Kinderheilkunde entschieden. Während meiner Weiterbildung wurde mein Interesse für die seltenen Erkrankungen geweckt, weshalb ich dann in den Bereich Humangenetik gewechselt bin. Nach der Habilitation habe ich einige Jahre die Sektion „Klinische Genetik“ am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Essen geleitet, anschließend folgte ich dem Ruf der Universität zu Lübeck und leitete hier bis Ende 2017 das Institut für Humangenetik. Mein Interesse an der Hochschulpolitik wurde durch meine langjährige Mitarbeit in Gremien der akademischen Selbstverwaltung und der Tätigkeit als Vizepräsidentin Forschung immer stärker. 2018 wurde dann das Amt der Präsidentin neu gewählt. Die Möglichkeit, die Zukunft der Universität mitzugestalten, mit Studierenden, Forschenden, Mitarbeitenden, der Politik und Wirtschaft sowie anderen Akteuren in einen Dialog zu treten und sich für die weitere Entwicklung der Stiftungsuniversität einzusetzen, hat mich außerordentlich gereizt. Also habe ich die Entscheidung gefasst, mich zu bewerben. Jetzt bin ich gut 2,5 Jahre im Amt und freue mich auf die noch kommenden 3,5 Jahre – der Job ist nach wie vor unglaublich spannend.
Wann waren Sie zuletzt die einzige Frau in der Runde?
Seit jeher bin ich es gewohnt, in Männerrunden meine Frau zu stehen. Dennoch ist es sehr erfreulich und wichtig, dass die Runden weiblicher und diverser werden. In unserem Präsidium gibt es neben mir eine Kanzlerin. Auch an anderen Hochschulen nehmen Frauen zunehmend leitende Positionen ein. Frau Dr. Muriel Helbig ist seit 2014 Präsidentin der Technischen Hochschule in Lübeck, kürzlich wurde Frau Prof. Simone Fulda zur neuen Präsidentin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gewählt.
Welche Herausforderungen sehen Sie heute immer noch für Frauen auf dem Weg nach oben?
Aufgrund des Spannungsfeldes zwischen Beruf, Karriere und Familie ist es nicht immer einfach, die eigenen Ziele im Auge zu behalten. Im Vergleich zu den Möglichkeiten der Kinderbetreuung zu meiner Zeit, hat sich vieles durch die öffentlichen Angebote wie Kita und Schulbetreuung verbessert. Toll finde ich auch, dass sich die Väter heute mehr engagieren und die Möglichkeit der Elternzeit nutzen, um Zeit mit der Familie zu haben und die Care-Arbeit besser zu verteilen.
Was sollte getan werde, damit Frauen in der Wissenschaft und im akademischen Umfeld präsenter sind?
Obwohl ich einer Frauenquote eher kritisch gegenüberstehe, habe ich die Überzeugung gewonnen, dass Quoten Ihre Berechtigung haben, um die Anzahl der Frauen in Führungspositionen zu verbessern. Wichtig erscheint es mir, die bürokratisch-hierarchischen Strukturen zu entflechten. Insbesondere was die Arbeitszeit angeht, sind hier flexiblere, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle zu entwickeln. Wichtig erscheinen mir auch die vielerorts schon vorhandenen Mentoring-Programme, die überaus nützlich für die Karriereplanung sind.
Was würden Sie jungen Frauen mit auf den Weg geben?
Verliert nie eure Ziele aus den Augen und kämpft für sie, auch wenn es Rückschläge geben sollte. Wer eine höhere Position anstrebt, sollte wissen, dass man gute Führung lernen kann - Coaching und Führungsseminare können den Blick nochmal fokussieren. Sehr hilfreich sind in diesem Zusammenhang auch Netzwerke, auf die man bauen kann und wo man Unterstützung erfährt. Für mich ist auch wichtig hin und wieder rauszufahren und sich frischen Wind um die Nase wehen zu lassen. Bei einem Spaziergang am Meer kann ich wunderbar den Akku aufladen.
Welche Frau war ihr Vorbild, ihre Inspiration?
Ehrlich gesagt, hatte ich kein weibliches Vorbild. Aber es gab im Laufe des Lebens immer wieder Persönlichkeiten, die mich geprägt haben.
Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Vor mir liegen noch gut drei Jahre als Präsidentin der Universität zu Lübeck und ich bin sehr motiviert und freue auf die Zeit. Zu Beginn meiner Amtszeit hatte ich drei Säulen angesprochen, die für meine Arbeit wichtig sind: Konsolidierung, Kooperation und Kommunikation – dieser Dreiklang hat sich bewährt, daher werde ich ihn weiterhin verfolg
Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach
Prof. Dr. Gabriele Gillessen-Kaesbach
Unser Blick in die Politik:

„Gut vorbereitet“: Bildungsministerin Karin Prien über den Schulstart in Corona-Zeiten
100-Tage-Bilanz: Sütterlin-Waacks Start durch Corona erschwert
Lübeck hat eine neue Kultursenatorin

Lübecks neue Senatorin: „Es geht um Chancengerechtigkeit“
Monika Frank: So lief die Wahl ab
Lokalpolitikerinnen aus dem Norden

Bundestag: Lübecker CDU schickt wieder Claudia Schmidtke ins Rennen
Timmendorfer Strand: Wie Melanie Puschaddel-Freitag die Probleme anpackt
Unser Blick in die Lübecker Kultur-Szene:

Moderatorin Gaby Krebs: „Der Priwall ist mein Sehnsuchtsort“
Erleuchtung to go: TV-Moderatorin Anna Funck aus Lübeck weiß wie
Kulturfunke: Hanna Szperalski überrascht Kinder mit lübschen Geschichten
Kulturfunke Lübeck: Eine musikalische Reise für Heimbewohner
Caro Windt eröffnet ihr Atelier in der Essigfabrik
Drei Künstlerinnen laden in ihre Ateliers ein
Tatort Hohwacht: Im neuen Küsten-Krimi steckt viel Lokalkolorit
Kulturfunke: Im Malerwinkel Lübeck steht jetzt ein Kunst-Imbiss
Hintergrund: Mit Annette Klockmann auf den Spuren von Julia Mann
Blick in die USA: Kamala Harris, die erste US-Vize-Präsidentin?

Wer ist Kamala Harris? Die demokratische Vizepräsidentschaftskandidatin im Porträt
Frauen starten Kampagne gegen Angriffe auf demokratische Vizekandidatin
Joe Biden und Kamala Harris: Erster gemeinsamer Auftritt - “Jammern ist, was Donald Trump am besten kann”
Prominente Frauen:

Billie Eilish über Generation Smartphone: Das denkt sie über Vorurteile gegenüber Social Media und Online-Verhalten
Klimaaktivistin Luisa Neubauer über Hatespeech im Netz: “Woher kommt dieser Hass?”
Reese Witherspoon wollte als Kind erste US-Präsidentin werden
Nura: “Ich habe schon so viel Sexismus erlebt, da kann ich über die Jungs eigentlich nur noch lachen”
Wagner-Festspiele: Wer wird als erste Frau in Bayreuth dirigieren?
Diese Twitter-Diskussion sorgt für Aufregung:

Schwenk nach Berlin: Sawsan Chebli, SPD-Staatssekretärin in der Berliner Staatskanzlei, möchte 2021 im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf für den Bundestag kandidieren - genau wie der Regierende Bürgermeister und ihr Chef Michael Müller. Der Hass, der ihr dafür im Netz entgegegen schlägt, ist immens. Chebli wehrt sich auf Twitter gegen ihre Kritiker. Ein Auszug:
Sawsan Chebli
Dass ich beleidigt werde von meinen Hatern ist das eine. Ich bitte meine Unterstützer, fair zu bleiben. War ich immer u. möchte auch jetzt einen fairen Wettstreit. Es geht nicht um einen Kampf GEGEN jemanden, sondern um einen Kampf FÜR meinen Heimatbezirk. Das ist demokratisch.
Shahak Shapira
Never forget, dass Sawsan Chebli einfach nur für’s Kandidieren für den Bundestag einen größeren Shitstorm bekommt als Markus Söder für eine Panne, die das Leben von mindestens 900 Menschen in Gefahr setzt.
Charlotte Obermeier
Von @Luisamneubauer über @SawsanChebli zu @Ricarda_Lang: Wenn ich sehe, welchen hasserfüllten Mist Frauen in der Öffentlichkeit allein nur in dieser Woche abbekommen haben, wird mir echt anders. Bin froh um jede, die sich nicht davon abhalten lässt, weiterzumachen! 💜
Und dann war da noch diese Geschichte:

Wie Friederike Garbe das Lübecker Findelkind Jakob in der Babyklappe entdeckte
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